M.A. Sidorova
N.A. Eruschova |
ANWENDUNG DER NEURONETZ-TECHNOLOGIEN IN DER DIAGNOSTIK
DER PARAMETER VON HÄMOSTASE |
| Staatliche technologische Akademie, Pensa, Russland
|
Aktuell stellt die hohe Sterblichkeitsrate in der Bevölkerung von Russland
wegen Herz- Gefäß- Krankheiten eins der Hauptprobleme der einheimischen
Medizin dar. In diesem Zusammenhang kann festgestellt werden, dass wenn in Europa
die Tendenz in Richtung zur Verringerung der Erkrankungszahlen geht, in unserem
Land die Anzahl der Menschen, die an Herzgefäß- Krankheiten erkranken,
sich jährlich um 1 - 2% erhöht [1]. Außerdem wird diese Kategorie
von Krankheiten praktisch immer von den Störungen der Hämostase begleitet.
Im Einzelnen geht es um die Thrombosen, das erhöhte Risiko des plötzlichen
Todes aufgrund der Thrombose der lebenswichtigen Blutgefäße mit der
darauf folgenden Nekrose des Gewebes und um Herzinfarkt oder Gehirnschlag. In
diesem Zusammenhang wird die Problematik der Qualitätsdiagnostik von Thrombosen
und Embolien mit dem Ziel der rechtzeitigen Verhinderung von Komplikationen
bei den o.g. Krankheiten von besonderer Bedeutung sein. Trotz der großen
Anzahl unterschiedlicher Methoden und Mitteln der Diagnose der thrombotischen
Zustände, wird der Prozess der Diagnosefeststellung fast immer langwierig
sein und mit vielen Diagnostikverfahren der invasiven und nichtinvasiven Art
verbunden werden müssen. Gleichzeitig können alle diese Studien in
bestimmten Fällen keine ausreichenden Ergebnisse liefern, obgleich sie
die Zeit- und Materialaufwendungen erfordern; folglich ist es für die Bestimmung
des Komplexes von Diagnosemassen angebracht, das Screening durchzuführen,
die es ermöglicht, einleitende Diagnose mit ausreichender Genauigkeit zu
erhalten, um die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von einer oder anderen Pathologie
festzustellen. Das von den Autoren entwickelte System das Screening, basiert
auf Neuronnetzen. Zum Eingang des Neuronetzes werden die Parameterwerte eingegeben,
die die Gerinnungsfähigkeit des Blutes kennzeichnen. Es wird angenommen,
dass die Parameterwerte durch die Blutanalyse jedes einzelnen Patienten erhalten
werden. Auf diese Weise soll das Neuronnetz die Parameterwerte der Gerinnungsfähigkeit/
Koagulation analysieren und den Zustand jedes einzelnen Patienten als normal
oder pathologisch einstufen. Im Falle der Feststellung pathologischer Zustände,
erfolgt durch ein anderes Netz eine weitere Klassifikation und Feststellung,
ob der Patient zur Hämophilie oder zur Thrombosebildung neigt. Neuronnetze
arbeiten mit numerischen Daten, die in der Regel einem begrenzten Beriech entnommen
werden. Im Anfangsstadium der Projektierung des Neuronnetzes wurden von den
Autoren Datenbereiche unter Berücksichtigung der Grenzen der „Standard
- Pathologie“ der Koagulation, die den medizinischen Atlanten und anderen
Fachquellen entnommen wurden, aufgenommen. Des Weiteren wurde das Netz perfektioniert
und mit Hilfe der realen klinischen Daten, die von den Einrichtungen des öffentlichen
Gesundheitswesens der Stadt Pensa zur Verfügung gestellt wurden, getestet.
Um das Neuronnetz „auszubilden“, wurde in MS Excel eine Matrix erschaffen,
die sowohl die normalen, als auch die pathologischen Parameterwerte der Koagulation
enthält – die sogenannte „ausbildende Menge“. Außer
der Matrix der „ausbildende Menge“ in MSExcel, entwickelten die
Autoren eine weitere Matrix der „gewünschten Resultate“. Für
die Einschätzung der Arbeitseffektivität des Neuronnetzes in der Aufgabe
der Klassifikation wurden Kontroll- und Testsätze (Mengen) benutzt.
So macht es die Gesamtheit der beiden Neuronnetzen möglich, die schrittweise
Systematisierung der Parameter der Biochemie des Blutes zu produzieren, infolgedessen
im ersten Schritt die Abweichung der verschiedenen Parameter vom Standard und
um zweiten Schritt zwei Bereiche „der Pathologie“ festgestellt werden.
Am Ende wird die einleitende Diagnose über Vorhandensein oder Fehlen der
pathologischen Zustände des Systems der Hemostase gebildet. Dabei ist für
die Anwendung der Neuronnetze das Vorhandensein der speziellen Geräte in
den Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens nicht notwendig. Die
Bearbeitung der Parameterwerte der Biochemie des Blutes bzw. deren Auswertung
wird mit Hilfe des üblichen Personalcomputers durchgeführt.