EUROMEDICA 

Hanover

6-7  Juni 2008

Advanced methods of diagnosis,
treatment and prophylactics

European Academy of Natural Sciences, Hanover

European Scientific Society, Hanover

Russian Academy of Natural Sciences, Moscow


A.N. Tukhikyan INTRALIGAMENTÄRE ANÄSTHESIE IN DER STOMATOLOGIE
Private Zahnarztpraxis, Rjasan, Russland

Das Prinzip der intraligamentären Anästhesie besteht in der Einführung der Anästhesielösung ins Periodontium unter dem Druck, der für den Gewebewiderstand nötig ist. Unter Druck verteilt sich die Lösung den Periodontiumraum entlang, während der Hauptmenge der Flüssigkeit durch die Lamina cribriformis in den Intraknochenal-veolarraum, bis zum Periapikalbereich, durchdringt. Diese Anästhesiemethode hat viele positive Seiten:
  1. eine kurze Latenzphase, seit den ersten Sekunden der Injektion;
  2. die Betäubung dauert von 20 bis 30 Minuten;
  3. eine einfache und schmerzlose Anästhesie;
  4. keine Betäubung von weichen Geweben nach der Injektion.
Besonders gut ist diese Anästhesiemethode für die Kinder:
  1. keine Hämatome;
  2. die betäubten Lippen, Wange und Zunge werden nicht gekaut;
  3. es ist leichter, die Lage der Zähne beim Zubeißen nach der Behandlung zu korrigieren;
  4. die Toxizität ist wegen der geringen Menge des Anästhetikums kaum wahrscheinlich.
Bei der Durchführung der intraligamentären Anästhesie ist das Wichtigste, einen hohen Druck bei der Injektion zu schaffen. Nach der antiseptischen Bearbeitung des Zahnes und der Zahnfleischfurche um den Zahn herum wird das Anästhetikum ins Periodontium unter Druck eingeführt. Die Nadel wird unter dem Winkel von 30° durch die Zahnfleischfurche 1- 3 mm tief eingeführt. Auf die richtige Lage der Nadel weist der Gewebewiderstand bei der Injektion des Anästhetikums hin. Die Zahl der Injektionen hängt von der Zahl der Zahnwurzeln ab. Die Anästhesie wird von den approximalen Zahnoberflächen eingeführt. Für die Betäubung einer Zahnwurzel reichen 0,12 – 0,16 ml des Anästhetikums. Bei den konservativen Behandlungsmethoden (Karies, Pulpitis usw.) wird die Nadel ins Periodontium sehr vorsichtig nicht tiefer als 2- 3 mm eingeführt, die Lösung wird mit Pausen nach jeder Dosis injeziert. Vorteile der intraligamentären Anästhesie:
  1. ein hoher Betäubungsgrad – von 88 bis 96%;
  2. schmerzlos;
  3. eine fast augenblickliche Anästhesiewirkung;
  4. die Betäubungsdauer bis 30 Minuten;
  5. eine geringe Menge des Anästhetikums;
  6. keine Nachteile wie bei der Leiteranästhesie:keine langfristige Unterbrechung der Leitfähigkeit des Nervs, keine lange Latenzphase, keine Kontraktur usw.;
  7. es ist möglich, während einer Behandlung die Zahne in vier Kieferquadranten mit geringer Menge des Anästhetikums zu behandeln;
  8. kein Unbehagengefühl beim Patienten während der Injektion.
Die intraligamentäre Anästhesie ist eine aussichtsreiche, hocheffektive, sichere Betäubungsmethode, die eine adäquate Anästhesie fast für alle ambulatorische stomatologische Eingriffe ermöglicht. Die intraligamentare Anästhesie kann sowohl als Haupt- als auch als zusätzliche Betäubungsmethode dienen, deren Anwendung die Qualität von stomatologischen Eingriffen erhöhen lässt.