K.S. Bakhtijarowa
R.Kh. Gisatullin |
ANWENDUNG DER ANÄSTHESIE BEI EINEM LANGE ZEIT INTERFERON-BETA-1B EINNEHMENDEN
PATIENTEN MIT DER MULTIPLEN SKLEROSE |
| Baschkirische Staatliche medizinische Universität, Ufa, Russland |
Multiple Sklerose (MS) wird durch die Variabilität der klinischen Manifestationen,
durch verschiedene Krankheitsverlaufstypen, Obskurität der Krankheitsursache
und Pathogenese gekennzeichnet. Die Erkrankung wird durch hohe Behinderungsrate,
hohe Kosten für Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und soziale Hilfe
charakterisiert. Es wurde bewiesen, dass verschiedene Unfallverletzungen, Infektionen,
Stress, operative Eingriffe, Anästhesie eine Exazerbation einer multiplen
Sklerose und eine Verschlimmerung des Patientenzustandes verursachen können.
Gesamtanästhesie beeinflusst nicht negativ den Verlauf einer multiple
Sklerose. Theoretisch kann man empfehlen, anticholinergische Medikamente zu
vermeiden, um die Wahrscheinlichkeit der Temperaturerhöhung zu erniedrigen
[Edward D. Briggs, Jeffrey R.Kirsch, 2003]. Die frühere Berichte über
negative Effekte von Thiopental-Sodium wurden nicht mit Forschungen nachgewiesen.
Die Patienten mit einem progredienten Verlauf einer multiplen Sklerose sind
von Succinylcholin-Hyperkaliämie bedroht. Es gibt keine Berichte über
eine anormale Reaktion auf nichtpolarisierende Myorelaxantia [Benumof J.L.,
1998]. Ergebnisse der Anwendung einer regionalen Anästhesie bei den Patienten
mit MS sind nicht eindeutig. [Schapira et al., 1959; Jones and Healy, 1980;
Crawfold et al., 1981]. Wichtig bei einer Anästhesie der Patienten mit
MS ist eine Temperaturkontrolle. Bei einer sekundär progredienten Verlauf
von MS und ausgeprägten neurologischen Defizit (bis 6,5 Punktwerte
nach EDSS-Skala) wird als Medikament Interferon-beta-1b (Betaferon) gewählt.
In der frei zugänglichen Literatur haben wir die Angaben weder über
ein Zusammenwirken von Betaferon und anästhesierenden Mittel noch über
einen Einfluss einer dauerhaften immunomodulierenden Therapie auf einen
Verlauf einer Postoperationsperiode bei den Patienten mit MS. Besprechung von
diesen Problemen wird erlauben, eine optimale Lösung bei einer präoperativen
Vorbereitung, bei einer anästhesiologischen Versorgung während eines
chirurgischen Eingriffs und bei einer postoperativen Vorsorge eines Patienten
zu finden. Der unten beigebrachte klinische Fall zeigt, dass ein Systemansatz
zu chirurgischen Eingriffen bei den Patienten mit MS nötig ist. Der erste
Schub der multiplen Sklerose in der Form von einer retrobulbären Neuritis
ist in 1987 passiert, seit 1996 hat die Erkrankung einen sekundär progredienten
Verlauf. Die Behinderte des höchsten Grades. Seit 1998 bis heute nimmt
die Patientin Interferon-beta-1b ein. Einen chirurgischen Eingriff plannte man
in der Rückenlage durchzuführen. Man begutachtete die folgenden Varianten
einer Anästhesie: 1) Spinalanästhesie; 2) Epiduralanästhesie;
3) Inhalations-Anästhesie und druckkontrollierte Beatmung; 4) Venenanästhesie
mit Propofol-Anwendung und druckkontrollierte Beatmung. Sonatische Konstitution
wurde in Klasse 3 nach ASA-Klassifikation eingruppiert. Venenanästhesie
mit Propofol-Anwendung und druckkontrollierte Beatmung wurde gewählt. Prämedikation
– Atropin, Dormikum (Midasolam). Induktion – Propofol, Phentanylum.
Entspannung - Tracrium. Künstliche Beatmung wurde mit einer Mischung von
Stickstoffoxydulgas und Sauerstoff gemacht. Aufrechterhaltung der Anästhesie
– Phentanylum. Operationsdauer – 45 Minuten. Narkosen-Dauer - 50
Minuten. In der postoperativen Periode wurde antibakterielle Therapie durchgeführt,
Schmerzbetäubung wurde mit Tramal und Paracetamolum gemacht. Eine nutritive
Unterstützung nach 6 Stunden mit Nutricomp-liquid. Die postoperative Periode
ohne Komplikationen. Es waren Veränderungen der neurologischen Konstitution
weder in der früheren noch in der späteren postoperativen Periode
zu beobachten. Dauerhafte Betafer-Therapie hat in diesem Fall keinen negativen
Einfluss auf den Ausgang des chirurgischen Eingriffs ausgeübt.