EUROMEDICA 

Hanover

23-24  Mai 2011

Advanced methods of diagnosis,
treatment and prophylactics

European Academy of Natural Sciences, Hanover

European Scientific Society, Hanover


K.S. Bakhtijarowa
R.Kh. Gisatullin
ANWENDUNG DER ANÄSTHESIE BEI EINEM LANGE ZEIT INTERFERON-BETA-1B EINNEHMENDEN PATIENTEN MIT DER MULTIPLEN SKLEROSE
Baschkirische Staatliche medizinische Universität, Ufa, Russland

Multiple Sklerose (MS) wird durch die Variabilität der klinischen Manifestationen, durch verschiedene Krankheitsverlaufstypen, Obskurität der Krankheitsursache und Pathogenese gekennzeichnet. Die Erkrankung wird durch hohe Behinderungsrate, hohe Kosten für Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und soziale Hilfe charakterisiert. Es wurde bewiesen, dass verschiedene Unfallverletzungen, Infektionen, Stress, operative Eingriffe, Anästhesie eine Exazerbation einer multiplen Sklerose und eine Verschlimmerung des Patientenzustandes verursachen können. Gesamtanästhesie beeinflusst nicht negativ den Verlauf einer multiple Sklerose. Theoretisch kann man empfehlen, anticholinergische Medikamente zu vermeiden, um die Wahrscheinlichkeit der Temperaturerhöhung zu erniedrigen [Edward D. Briggs, Jeffrey R.Kirsch, 2003]. Die frühere Berichte über negative Effekte von Thiopental-Sodium wurden nicht mit Forschungen nachgewiesen. Die Patienten mit einem progredienten Verlauf einer multiplen Sklerose sind von Succinylcholin-Hyperkaliämie bedroht. Es gibt keine Berichte über eine anormale Reaktion auf nichtpolarisierende Myorelaxantia [Benumof J.L., 1998]. Ergebnisse der Anwendung einer regionalen Anästhesie bei den Patienten mit MS sind nicht eindeutig. [Schapira et al., 1959; Jones and Healy, 1980; Crawfold et al., 1981]. Wichtig bei einer Anästhesie der Patienten mit MS ist eine Temperaturkontrolle. Bei einer sekundär progredienten Verlauf von MS und ausgeprägten neurologischen Defizit (bis 6,5 Punktwerte nach EDSS-Skala) wird als Medikament Interferon-beta-1b (Betaferon) gewählt. In der frei zugänglichen Literatur haben wir die Angaben weder über ein Zusammenwirken von Betaferon und anästhesierenden Mittel noch über einen Einfluss einer dauerhaften immunomodulierenden Therapie auf einen Verlauf einer Postoperationsperiode bei den Patienten mit MS. Besprechung von diesen Problemen wird erlauben, eine optimale Lösung bei einer präoperativen Vorbereitung, bei einer anästhesiologischen Versorgung während eines chirurgischen Eingriffs und bei einer postoperativen Vorsorge eines Patienten zu finden. Der unten beigebrachte klinische Fall zeigt, dass ein Systemansatz zu chirurgischen Eingriffen bei den Patienten mit MS nötig ist. Der erste Schub der multiplen Sklerose in der Form von einer retrobulbären Neuritis ist in 1987 passiert, seit 1996 hat die Erkrankung einen sekundär progredienten Verlauf. Die Behinderte des höchsten Grades. Seit 1998 bis heute nimmt die Patientin Interferon-beta-1b ein. Einen chirurgischen Eingriff plannte man in der Rückenlage durchzuführen. Man begutachtete die folgenden Varianten einer Anästhesie: 1) Spinalanästhesie; 2) Epiduralanästhesie; 3) Inhalations-Anästhesie und druckkontrollierte Beatmung; 4) Venenanästhesie mit Propofol-Anwendung und druckkontrollierte Beatmung. Sonatische Konstitution wurde in Klasse 3 nach ASA-Klassifikation eingruppiert. Venenanästhesie mit Propofol-Anwendung und druckkontrollierte Beatmung wurde gewählt. Prämedikation – Atropin, Dormikum (Midasolam). Induktion – Propofol, Phentanylum. Entspannung - Tracrium. Künstliche Beatmung wurde mit einer Mischung von Stickstoffoxydulgas und Sauerstoff gemacht. Aufrechterhaltung der Anästhesie – Phentanylum. Operationsdauer – 45 Minuten. Narkosen-Dauer - 50 Minuten. In der postoperativen Periode wurde antibakterielle Therapie durchgeführt, Schmerzbetäubung wurde mit Tramal und Paracetamolum gemacht. Eine nutritive Unterstützung nach 6 Stunden mit Nutricomp-liquid. Die postoperative Periode ohne Komplikationen. Es waren Veränderungen der neurologischen Konstitution weder in der früheren noch in der späteren postoperativen Periode zu beobachten. Dauerhafte Betafer-Therapie hat in diesem Fall keinen negativen Einfluss auf den Ausgang des chirurgischen Eingriffs ausgeübt.