EUROMEDICA 

Hanover

23-24  Mai 2011

Advanced methods of diagnosis,
treatment and prophylactics

European Academy of Natural Sciences, Hanover

European Scientific Society, Hanover


Frank Bätie
Helmut Lill
Jürgen Kopp
ZEHN-JAHRE EXTRAKORPORALE STOSSWELLENTHERAPIE (ESWT) BEI PSEUDARTHROSEN - TEN YEARS EXPERIENCE WITH SHOCKWAVE THERAPY (ESWT) FOR IMPAIRED BONE HEALING
Praxis für Extrakorporale Stosswellentherapie,(ESWT), Hannover, Deutschland; www.eswt-hannover.de
Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Hannover, Deutschland
Klinik für Plastische und Handchirurgie Diakoniekrankenhaus Friederikenstift, Hannover, Deutschland; www.friederikenstift.de

Einleitung: Unverheilte Knochenfrakturen werden nach drei Monaten als verzögerte Knochenbruchheilungen und nach sechs Monaten als Pseudarthrosen bezeichnet. Im durchschnittlichen Patientengut in Staaten mit gut organisiertem Traumamanagement resultieren diese Knochenheilungsstörungen in Häufigkeiten von z.B. 4,5% an der Klavikula , 4,3% nach Tibiaumstellungsosteotomien oder allgemein max. 7%. Operative Korrektureingriffe gelten als Therapiegoldstandard spätestens im Pseudarthrose-Stadium. In ausgewählten Fällen führen wir auch nicht-invasive Extrakorporale Stosswellentherapien durch und erwarten dadurch Knochenstoffwechselstimulati onen, die denen operativer Eingriffe ähnlich sind.

Materail und Methoden: Seit 2001 haben wir mehr als 450 ausgesuchte Knochenheilungsstörungen frühestens drei Monate posttraumatisch bzw. nach letzter Osteosynthese mittels fokussierter hochenergetischer Stosswellentherapie mit oder ohne computerassistierte Navigation ambulant behandelt. Überwiegend jene Patienten, die Arbeitsunfallopfer waren, wurden fachunfallchirurgisch nachuntersucht oder mittels Fragebogen kontrolliert.

Ergebnisse: Ausreichend stabile Frakturheilungen und weitere Therapieerfolgskriterien wurden unabhängig von der Art der primären Behandlung in 80% nach zwei bis sechs Monaten festgestellt. Delayed und non-unions, atrophe und hypertrophe Formen sowie Zustände nach einfachen oder Trümmerfrakturen, Osteotomien oder Arthrodesen kleiner und großer Knochen wurden zusammengefasst, weil sie dem üblichen Spektrum entsprechen.

Schlussfolgerung: Die ESWT wird nur in einigen Staaten und dort auch nicht flächendeckend für die operationsersetzende Frakturbehandlung eingesetzt. Unsere retrospektiven Fallkontrollen am eigenen Patientengut weisen auf ermutigende Therapieerfolge und gänzliche fehlende Komplikationen hin und liegen im Trend jener Studien höherer Evidenzgrade, die in den ESWT-Zentren in Österreich,Taiwan oder Kolumbien publiziert worden sind. In Deutschland wird die ESWT nur ausnahmsweise von institutionellen Kostenträgern bezahlt, obwohl die Gesamtkosten sehr deutlich geringer sind als für stationäre Operationen in Narkose. Außerdem existieren geeignete Stosswellentherapiegeräte nur punktuell und spezialisierte Ärzte noch seltener. In Hannover können alle in Frage kommenden Fälle zeitnah versorgt werden.

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